Tipp #19 Wie dein Auftritt durch das Verhältnis 4:1 noch besser wird

Ein weiteres Mal vergleiche ich das Präsentieren/Moderieren mit dem Kochen. Wir brauchen für eine Speise viel mehr Zutaten zuhause, als wir dann in den Topf geben. Wir kochen deutlich länger als wir nachher speisen. Und häufig lesen wir in einem Kochbuch mehrere Rezepte durch, bevor wir uns schließlich für eines entscheiden. Wir investieren also in die Vorbereitung deutlich mehr Energie und Zeit als in die eigentliche Aktion, das verzehren der Speise. Bei der Vorbereitung für eine Rede verhält es sich ziemlich ähnlich. 4:1 ist für mich ein optimaler Erfolgsfaktor, durch den jede Präsentation noch besser wird. Anwenden lässt sich dieser Faktor in folgenden Bereichen. Weiterlesen →

Tipp #17 Wie nutze ich meine Redezeit optimal?

Welchen Eindruck würdest du lieber hinterlassen?
„Endlich hört er/sie auf zu reden!“ oder „Schade! Von ihm/ihr hätte ich gerne mehr gehört!“

Egal on du eine lange Redezeit bekommst oder nur kurze Grußworte sprechen sollst – gehe immer sorgfältig mit der Zeit deiner Zuhörer um. Sie sind es, um die es eigentlich geht! Wenn du dein Publikum plagst, driftet es in Gedanken ab. Und wenn du es arg übertreibst, schwächst du dein Image.

Achte deshalb auf die Qualität und die Quantität deiner Worte. Dafür brauchst du keine teuren Trainerstunden, sondern 1-2 Stunden Zeit, Schreibzeug und dein Handy. Los geht´s.

  1. Text aufschreiben oder wenigstens skizzieren.
    Wie lautet deine Aufgabe?
    Danke sagen
    Ehrengäste begrüßen
    einen Impulsvortrag halten
    motivieren
    Zahlen präsentieren und in einen praktischen Zusammenhang bringen
    die Festrede sprechen
    moderieren

    Überlege genau, was wirklich relevant ist für deine Aufgabe?
    Anregungen findest du hier Tipp #1 Warum sollte mir jemand zuhören? 
  2. Text laut vorlesen und mit dem Handy die Zeit stoppen
    Wichtig ist, dass du den Text laut vorliest und dabei wirklich langsam genug bist. Warum das wichtig ist, habe ich hier zusammengefasst Tipp #6 Wie langsam ist schnell genug? 
  3. Text bei Bedarf kürzen. Optimiere zuerst den Text.
    Die ausführliche Anleitung findest du hier Tipp #2 Heut gibt´s was für die Ohren
    Wenn du immer noch zu lange bist, komprimiere den Inhalt.
  4. Überarbeitung wieder laut vorlesen und mit dem Handy aufnehmen.
    Höre dir deinen Redebeitrag an und überprüfe kritisch, wo der Text schwächelt.
  5. Wiederhole Punkt 4 so lange, bis du zufrieden bist mit der Qualität und Quantität deiner Worte.

Durch diesen Prozess gewinnst du zusätzlich Sicherheit und Selbstvertrauen, weil du den Text verinnerlichst. Diese Sicherheit wirkt sich positiv auf deine gesamte Performance aus.

Was du außerdem tun kannst, wenn deine geplante Redezeit länger als 15 Minuten beträgt.

  1. Bitte den Moderator, dir 5 Minuten vor Ende der Redezeit ein Zeichen zu geben. Vereinbart genau, wie dieses Zeichen aussehen soll.
  2. Verwende dein Handy als Time Manager. Aktiviere vor der Rede den Flugmodus und aktiviere den Timer bevor du startest. So siehst du, wie viel Zeit dir noch bis zum Ende bleibt.

Ja, dieser Prozess ist aufwändig. Aber er lohnt sich! Denn deine Wortmeldungen werden automatisch gehaltvoller und knackig. Das Publikum wird dir viel aufmerksamer zuhören und einige sprechen danach vielleicht ihre (dankbare) Anerkennung aus. Probiere es einfach mal aus.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidi winsauer moderation

Tipp #16 Wie wird meine Veranstaltung knackig?

Zeit ist ein kostbares Gut und je weniger freie Zeit wir haben, desto wählerischer werden wir bei Einladungen zu Besprechungen oder Events. Wir überlegen dann sehr genau, welche wir annehmen und welche wir ablehnen.
Haben wir nach der Veranstaltung oder dem Termin den Eindruck, dass unsere Zeit verplempert wurde, ärgert uns das. Bei der nächsten Einladung überlegen wir uns doppelt, ob wir da nochmal hingehen. Und wenn wir hingehen müssen, hält sich die Vorfreude in Grenzen.

Abgesehen von der inhaltlichen Qualität einer Veranstaltung, spielt vor allem auch das Timing eine wichtige Rolle. Dazu gehört:
1. Die Veranstaltung beginnt pünktlich
2. Die Programmpunkte dauern nur so lange, wie sie wirklich interessant sind.
3. Es gibt keine technischen Pannen oder sonstige Verzögerungen.
4. Die Veranstaltung endet pünktlich oder nach einer immer noch angenehmen Dauer.

Was bedeutet das für dich, wenn du eine Veranstaltung organisierst?  (Einen Ball, Elternabend, ein Meeting, eine Party, eine Hochzeitsfeier, eine Abendgala, eine Präsentation, eine Diskussion usw.)
Du musst mit der Ressource Zeit genau so sorgfältig umgehen wie mit dem Budget.
Das gelingt nur mit sorgfältiger Planung! Kläre zuerst, wie viel Zeit du zur Verfügung hast. Wann geht es los und wann ist Schluss? Prüfe dann, welche Programmpunkte du dringend unterbringen musst. Zum Beispiel Grußworte, Ehrungen, Reden, Showeinlagen. Jeder Akteur muss von dir eine klare Zeitvorgabe bekommen. Wie viele Minuten dürfen die Grußworte dauern? Wie viele Minuten darf der Chor singen? Wie viele Minuten darf der Hauptredner sprechen? Wie viele Minuten wird diskutiert? Und achte darauf, dass deine Vorgabe möglichst eingehalten wird, was allerdings ziemlich schwer ist. Versuche es wenigstens.

Wie erzeuge ich eine gute Spannung und damit Stimmung?
Deine Aufgabe ist es, im Vorhinein zu prüfen, wie lange jeder Programmpunkt maximal dauern darf. Hast du einen unterhaltsamen Redner, sind 40 Minuten zwar lang aber vermutlich ein Genuss. Manchmal sind aber schon 10 Minuten sehr ermüdend. Eine Showeinlage die länger als 10 Minuten dauert muss sehr abwechslungsreich und erstaunlich sein. Bei Videos würde ich die Zeit sogar halbieren. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Chor 3 Lieder oder 10 Minuten singen darf. Sketche sind immer heikel, je kürzer desto besser.
Weiters musst du sicherstellen, dass die Übergänge reibungslos gelingen. Wie lange dauert der Auf- oder Abbau von erforderlichen Requisiten. Funktioniert die Technik? Wie gestaltest du den Übergang, dass keine peinliche Pause entstehen?
Du musst auch unbedingt die Zeit für die Moderation vor und/oder nach einem Programmpunkt einrechnen. Außerdem Imagefilme oder Video-Grußbotschaften. Wenn du die Kleinteile vergisst, kommen im Lauf eines Abends locker 10 Minuten mehr zusammen. 10 Minuten mehr sind kein Beinbruch, aber unnötig. Ignoriert nämlich auch noch einer der Akteure deine Zeitvorgabe, ufert das Programm völlig aus. Die mühsam aufgebaute Spannung verpufft.  Und die Leute sehnen sich nach einem Ende, weil sie die Konzentration kaum noch halten können.

Der Zeitplan ist also das Grundgerüst für dein Event. Verteile die Minuten sorgfältig, erinnere die Akteure an deren Verantwortung und denke 3 Schritte voraus. Dein Lohn für diese Fuzzelarbeit sind zufriedene Gäste, die gerne noch mehr gesehen hätten.

Nächste Woche schreibe ich über das richtige Timing für alle Akteure. Wer nur 3 Minuten Zeit bekommt, muss seinen Auftritt exakt planen. Wer sich (ständig) nicht an die vorgegebene Zeit hält, schwächt sein Image. Wie du kompetent und knackig reden kannst, erfährst du in Tipp #17.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
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