Tipp #21 Wie reagiere ich souverän auf Kritik oder blöde Witze?

Anschuldigungen und blöde Schmähs über uns lösen Stress aus, oder zumindest ein unangenehmes Gefühl. Richtig arg wirken doofe Sprüche und Kritik, wenn andere Menschen mithören und zuschauen. Darauf reagieren wir meist instinktiv, also automatisch. Wir verstummen, schlagen mit Worten zurück oder flüchten, indem wir das Gespräch abbrechen. Danach fühlen wir uns meistens noch mieser. Denn unter Stress sagen wir Worte, die wir später bereuen. Oder wir reden lauter, als wir das eigentlich wollen. Oder wir ärgern uns zuhause, dass uns erst dort ein passender Konter einfällt. Weiterlesen →

Tipp #20 Wie berühre ich Zuhörer bei einer feierlichen Ansprache?

Eine feierliche Ansprache gehört zu jedem ausgereiften Programm. Denn eine gut vorbereitete Ansprache kann tief beeindrucken, auch wenn sie nur wenige Minuten dauert. Wie das gelingt? In dem sich möglichst viele Zuhörer wirklich angesprochen fühlen. Und das schaffst du, wenn du eine Ahnung hast, was dein Publikum bewegt. Weiterlesen →

Tipp #19 Wie dein Auftritt durch das Verhältnis 4:1 noch besser wird

Ein weiteres Mal vergleiche ich das Präsentieren/Moderieren mit dem Kochen. Wir brauchen für eine Speise viel mehr Zutaten zuhause, als wir dann in den Topf geben. Wir kochen deutlich länger als wir nachher speisen. Und häufig lesen wir in einem Kochbuch mehrere Rezepte durch, bevor wir uns schließlich für eines entscheiden. Wir investieren also in die Vorbereitung deutlich mehr Energie und Zeit als in die eigentliche Aktion, das verzehren der Speise. Bei der Vorbereitung für eine Rede verhält es sich ziemlich ähnlich. 4:1 ist für mich ein optimaler Erfolgsfaktor, durch den jede Präsentation noch besser wird. Anwenden lässt sich dieser Faktor in folgenden Bereichen. Weiterlesen →

Tipp #12 Wie bereite ich mich auf ein heikles Gespräch oder Interview vor?

Das Gespräch mit einem Vorgesetzten, die Präsentation vor neuen Kunden, ein Interview nach der Pressekonferenz oder der Konflikt mit einem Familienmitglied…. der folgende Tipp hilft bei jedem Gespräch, ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Phase 1: Überprüfe, ob du wirklich alle korrekten Namen, Zahlen und Fakten weißt. Wenn du die Informationen aus 2. Hand hast, kontrolliere sicherheitshalber alles nochmal. Ist gleichzeitig eine wunderbare Übung, den geforderten Inhalt zu verinnerlichen.

Phase 2: Bereite mindestens 3 konkrete Beispiele/Anlässe/Vorteile vor, mit der du deine Idee oder Kritik untermauern kannst.

Phase 3: Male den Teufel an die Wand! Das ist die wichtigste Phase, durch die du wirklich fit für dein Gepräch wirst. Versetze dich in die Position deines Gegenübers.
* Welche Fragen würdest du stellen, wenn du dich selbst interviewen müsstest.
* Welche Gegenargumente oder gar Anschuldigungen würdest du vorbringen, wenn du dich selbst damit konfrontieren müsstest.
* Wo sind deine wunden Punkte?
* Wie könnte dich dein Gegenüber aus der Ruhe bringen?

Nimm dir für diese 3. Phase viel Zeit, arbeite sorgfältig und bleib konsequent. Sei selbst dein übelster Kritiker. Nimm dich in ein hartes Kreuzverhör …. und finde für jeden Punkt eine souveräne Antwort. Wenn du den Ernstfall in aller Ruhe übst, bleibst du im richtigen Gespräch höflich und gelassen. Du bist ja darauf vorbereitet.

Außerdem merkst du schnell, wo du dich in einen noch größeren Schlamassel reden würdest. Genau genommen bist du erst durch diese Arbeit wirklich optimal für deinen Termin vorbereitet. Weil du deine Idee/Gedanken oder Rede auch auf eventuelle Schwachstellen hin überprüft hast.

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidi winsauer moderation

Tipp #6 Wie langsam ist schnell genug?

„Augen zu und durch“, diese Strategie hilft am besten in privaten Situationen. Bei mir zum Beispiel, wenn ich kalt dusche oder geimpft werde.
Bei einem Auftritt vor Publikum schadet diese Einstellung. Denn wer seine Präsentation so rasch wie möglich hinter sich bringen will, hudelt und redet eher undeutlich. Damit plagt er sein Publikum, weil das Zuhören dann echt anstrengend ist. Wenn vor lauter Nervosität auch noch die Schnappatmung einsetzt, leidet das Publikum. Konzentrieren sich die Zuhörer auf den Inhalt der Rede? Eher selten, echt schade.

Deshalb teile ich heute mein Wissen über das ideale Lese-und Sprechtempo.
Geht ganz schnell ;O)

Höre dir einfach immer selbst zu, wenn du einen Text vorliest oder frei zu deinem Publikum sprichst. Kontrolliere über deine Ohren, ob du deutlich und langsam genug redest. Warum? Weil du deinem Publikum sonst immer einen Schritt voraus bist. Du kennst deinen vorbereiteten Text oder das, was du sagen willst. Wenn du dich nur auf das Verbreiten deiner Botschaft beschränkst, vernachlässigst du deine Zuhörer. Es ist zu wenig, wenn du nur deine Stimme hörst. Du musst dich reden hören, das, was durch den Raum schwingt.

Hör dir also selbst aufmerksam zu, wenn du sprichst und stelle dir die gehörten Informationen vor. 

Erinnere dich an diesen wichtigen Unterschied vor allem dann, wenn du aufgeregt bist. Also wenn du dich freust, ärgerst oder ängstigst. Denn in emotionalen Momenten kippen wir gerne in einen Ausnahmezustand. Jetzt schreibe ich wir, weil mir das natürlich auch regelmäßig passiert.

Und hier noch eine andere Übung, mit der vor allem Kinder profitieren. Schnapp dir ein Kinderbuch und beginne die Geschichte laut vorzulesen. Dann drossle das Tempo so lange, bis du dir das Gehörte bildlich vorstellen kannst. Kuh Lieselotte im Stall, Leo Lausemaus in der Badewanne oder Schneewittchen mit ihren 7 Zwergen. Sobald das Kopfkino startet, hast du die ideale Lesegeschwindigkeit.

Die Sommerferien beginnen bald und damit die ideale Übungszeit für die heutige Anregung. Wenn die Kinder wieder den ganzen Tag zuhause sind, wollen sie unterhalten werden, ein dankbares Publikum :O)

Freue mich über eine Rückmeldung, Empfehlung oder einen Themenwunsch. Ideen habe ich reichlich, aber wenn du eine Anregung zu einem konkreten Anlass willst, ziehe ich dein Thema gerne vor.

mit lieben Grüßen
Heidi

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidiwinsauer.at

Tipp #1 Warum sollte mir jemand zuhören?

Warum? Diese Frage höre ich derzeit sicher 100 mal am Tag. Warum, Mama? Meine beiden Söhne, 2,5 und 4 Jahre alt, hinterfragen so ziemlich alles. Normalerweise treibt mich dieses ständige WARUM in den Wahnsinn. Im Laufe dieser Woche löste es aber einen kreativen Geistesblitz aus. Warum sollte mir jemand zuhören? Ja genau. Warum eigentlich? Warum sollte jemand nicht einfach die Ohren „auf Durchzug schalten“, mir, sondern der Person „da vorne“, zuhören? Darüber schreibe ich also meinen ersten Tipp, Schritt für Schritt erklärt.

Warum sollten mir die Menschen zuhören? Wer als erstes auf diese Frage eine Antwort sucht, ist von Anfang an näher bei seinem Publikum. Und dieser Service wird gewöhnlich mit erhöhter Aufmerksamkeit belohnt.

Wenn du also vor einer Menschengruppe reden willst oder sollst (das machen ja auch einige, weil sie müssen), definiere dein Ziel . Was sollen sich die Zuhörer merken? Was sollen sie im Idealfall weitererzählen oder auf ihrem sozialen Kanal posten? Welches Gefühl möchtest du erzeugen? Was ist dein Ziel?

Nun sammle alle Fakten, Beispiele und Gedanken, die dir einfallen. Überprüfe dann jeden Punkt, ob er dir hilft, dein Ziel zu erreichen. Oder lenkst du die Zuhörer mit einer Aussage vom Ziel ab? Bringst sie auf andere Gedanken?

Dann überlege dir mindestens 1 relevantes Beispiel aus deinem Alltag, inwiefern dich das Thema selbst betrifft. So bietest du deinem Publikum einen persönlichen Bezug an. Meistens haben die Zuhörer sehr ähnliche Erfahrungen und können gut nachempfinden, wovon du redest. Es ist generell hilfreich, ganz nah bei der eigenen Wahrnehmung zu bleiben. So bist du authentisch und damit hört dir das Publikum eher zu.

Meine Tipps sind Anregungen, keine Erfolgsgarantie. Aber es würde mich wirklich sehr wundern, wenn du trotz sorgfältiger Vorbereitung einen schwachen Eindruck hinterlässt.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidi winsauer moderation


Beispiele:

Anlass: Weihnachtsfeier, Rede der Chefin.
Ziel: Danke sagen und die Arbeit der Mitarbeiter loben.
Herzlich Willkommen liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ….. Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt, für unsere Weihnachtsfeier … Wir haben ein intensives Jahr hinter uns …. es war anstrengend, für uns alle …. trotzdem bin ich jeden Morgen gerne ins Büro gekommen …. solche Mitarbeiter sind eine große Stütze… die Ideen der Abteilung xy haben mich schwer beeindruckt …. Abteilung abc hat viele Überstunden geleistet …. und die Mühe hat sich gelohnt …. wir haben tolle Erfolge erzielt … deshalb feiern wir heute…. Vielen Dank für …. lasst es euch heute gut gehen …. schönen Abend.

Anlass: Referat über Shakespears Romeo und Julia
Ziel: Inhalt der Tragödie zusammenfassen und den Verfasser kurz vorstellen
Meine Aufgabe ist es, euch den Dichter William Shakespeare vorzustellen. Außerdem soll ich das Theaterstück Romeo und Julia zusammenfassen. Ich fange am besten mit dem einfacheren Teil an. Das Stück Romeo und Julia kenne ich, weil ich mal eine Verfilmung mit Leonardo Di Caprio gesehen habe. Und das Stück gibt es auch als Musical. Es heißt West Side Story. Worum geht es …….. 2 verfeindete Familien …. Julia Capulet …. Romeo Montague … verknallen sich …. Familien sind logischerweise komplett dagegen … die zwei überlegen sich einen Plan … endet leider tödlich für beide…
Nun zum Dichter William Shakespeare. Vor dem Referat wusste ich nur, dass er vor langer Zeit in England gelebt hat. Jetzt weiß ich, dass er sehr fleissig war und 38 Theaterstücke und 154 Sonette geschrieben hat. Ohne Computer oder Tintentod, denn vor rund 450 Jahren gab es das alles noch nicht. …. Seine berühmtesten Werke stellen uns die Mitschüler xy und ybc später noch vor … 1616 starb er als reicher Mann, warum ist unbekannt.

Anlass: Begrüßung Elternabend
Ziel: Team vorstellen, Themenschwerpunkt präsentieren
Schönen guten Abend … es freut mich, dass ihr euch Zeit genommen habt … nach einem anstrengenden Arbeitstag auch noch hier in der Schule … es ist für uns die beste Möglichkeit, unser Team und unsere Arbeit vorzustellen. Den offiziellen Teil ziehen wir eher straff durch … danach ein gemütlicher Ausklang… Mein Name ist abc, ich bin die Leiterin …. mir gefällt an der Arbeit mit euren Kindern …. meine Stellvertreterin ….. die weiteren Teammitglieder …. unser thematischer Schwerpunkt ist dieses Jahr der Bauernhof…. Kinder lieben Tiere und interessieren sich für Geräte/Fahrzeuge …. das habt ihr sicher auch schon beobachtet ….. wir planen …. Exkursionen, Lieder, Spiele, Fasching,….. deshalb bitte immer ein Dreckerhäs in der Box haben … an Exkursionstagen bitte spätestens um 08.30 Uhr hier sein…. wir dokumentieren dieses Jahr mit Bildern und am Ende gibt es für jedes Kind ein persönliches Bauernhofbuch.