Tipp # 8 Wie beginne ich eine Präsentation?

Heute konzentriere ich mich auf Kurzpräsentationen, Grußworte oder Statements. Wer Ideen für eine gesamte Moderation oder ein Referat braucht, postet bitte einen Kommentar. Als Grundregel merke dir bitte: wenn dir die Situation unangenehm ist, bleib schlicht und verwende deine gewohnten Worte. Dafür gibt es zwei gute Gründe. Weiterlesen →

Tipp #6 Wie langsam ist schnell genug?

„Augen zu und durch“, diese Strategie hilft am besten in privaten Situationen. Bei mir zum Beispiel, wenn ich kalt dusche oder geimpft werde.
Bei einem Auftritt vor Publikum schadet diese Einstellung. Denn wer seine Präsentation so rasch wie möglich hinter sich bringen will, hudelt und redet eher undeutlich. Damit plagt er sein Publikum, weil das Zuhören dann echt anstrengend ist. Wenn vor lauter Nervosität auch noch die Schnappatmung einsetzt, leidet das Publikum. Konzentrieren sich die Zuhörer auf den Inhalt der Rede? Eher selten, echt schade.

Deshalb teile ich heute mein Wissen über das ideale Lese-und Sprechtempo.
Geht ganz schnell ;O)

Höre dir einfach immer selbst zu, wenn du einen Text vorliest oder frei zu deinem Publikum sprichst. Kontrolliere über deine Ohren, ob du deutlich und langsam genug redest. Warum? Weil du deinem Publikum sonst immer einen Schritt voraus bist. Du kennst deinen vorbereiteten Text oder das, was du sagen willst. Wenn du dich nur auf das Verbreiten deiner Botschaft beschränkst, vernachlässigst du deine Zuhörer. Es ist zu wenig, wenn du nur deine Stimme hörst. Du musst dich reden hören, das, was durch den Raum schwingt.

Hör dir also selbst aufmerksam zu, wenn du sprichst und stelle dir die gehörten Informationen vor. 

Erinnere dich an diesen wichtigen Unterschied vor allem dann, wenn du aufgeregt bist. Also wenn du dich freust, ärgerst oder ängstigst. Denn in emotionalen Momenten kippen wir gerne in einen Ausnahmezustand. Jetzt schreibe ich wir, weil mir das natürlich auch regelmäßig passiert.

Und hier noch eine andere Übung, mit der vor allem Kinder profitieren. Schnapp dir ein Kinderbuch und beginne die Geschichte laut vorzulesen. Dann drossle das Tempo so lange, bis du dir das Gehörte bildlich vorstellen kannst. Kuh Lieselotte im Stall, Leo Lausemaus in der Badewanne oder Schneewittchen mit ihren 7 Zwergen. Sobald das Kopfkino startet, hast du die ideale Lesegeschwindigkeit.

Die Sommerferien beginnen bald und damit die ideale Übungszeit für die heutige Anregung. Wenn die Kinder wieder den ganzen Tag zuhause sind, wollen sie unterhalten werden, ein dankbares Publikum :O)

Freue mich über eine Rückmeldung, Empfehlung oder einen Themenwunsch. Ideen habe ich reichlich, aber wenn du eine Anregung zu einem konkreten Anlass willst, ziehe ich dein Thema gerne vor.

mit lieben Grüßen
Heidi

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidiwinsauer.at

Tipp #3 Oh mein Gott, ich bin gleich dran!

Möge mir mein Lampenfieber immer erhalten bleiben! 

Ja, es klingt verrückt. Was bitteschön soll an Lampenfieber gut sein; oder hilfreich? Ich kann es eigentlich nur umgekehrt erklären. Würden mein Körper und Hirn vor einer Moderatin völlig ruhig bleiben, wäre mir also alles egal, müsste ich den Beruf wechseln. Denn dann würde mein Anspruch fehlen, wirklich gut zu sein. Und damit komme ich direkt zu meinem Tipp der Woche: meine Hausmittel bei Lampenfieber.

Wenn der Puls rast, die Hände eiskalt werden und sich der Brustkorb kaum noch bewegt, praktiziere ich die Wechselatmung. Die Yogis unter euch kennen diese Atemtechnik. Ich über allerdings eine vereinfachte Form, mit Daumen und Zeigefinger. Im Original nimmt man Daumen und kleinen Finger

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Halte dir mit dem Daumen ein Nasenloch zu und atme lange ein … Luft anhalten … Daumen weg und gleichzeitig mit Zeigefinger der selben Hand das linke Nasenloch zuhalten …. ausatmen … Pause … einatmen …. Zeigefinger weg und mit dem Daumen wieder das andere Nasenloch zumachen …. usw.

Sport bzw. Bewegung ist immer eine super Methode, Stress abzubauen. Einmal kräftig schwitzen, danach ausgiebig dehnen und dann eher kalt duschen … einfach nur fein. Das Gedankenkarussel steht still, der Körper ist entspannt und ich fühle mich 5 Kilo leichter. Manchmal fehlt die Zeit für eine ausgiebige Sporteinheit. Dann bewege ich wenigstens alle Gelenke durch und dehne die Oberkörpermuskulatur. Das dauert ca. 15 Minuten und ist besser als gar nichts. Und kurz vor Beginn der Veranstaltung bewege ich meinen Oberkörper nocheinmal durch, damit ich locker bin.

Eine super Übung ist der Sinnes-Check. Welche 5 Geräusche höre ich? Was sehe ich oben, unten und auf den Seiten? Was rieche ich? Was spüre ich mit meinen Händen und Füßen? Diese Be-Sinnung ist eine wunderbare und schnelle Methode, innerlich ruhig zu werden. Ist hilfreich, wenn du keine Möglichkeit hast, dich zurückzuziehen.

Lampenfieber erinnert mich daran, dass ich meine Sinne schärfen und den Körper wach halten soll. Mit den Übungen gelingt mir das. Und dir ab sofort auch :O)

Wünsche dir viel Spaß in deiner Mitte und freue mich über deine Rückmeldung und/oder Empfehlung. Nächsten Sonntag schreibe ich, wie ein Interview für das Publikum noch interessanter wird.

Liebe Grüße
Heidi Winsauer

 

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidiwinsauer.at