Tipp # 27 Gewöhne dich an den Veranstaltungsraum

Weniger als 1 Sekunde dauert es, bis andere Menschen ihren ersten Eindruck über uns erstellen. Für Bühnenauftritte heißt das: noch bevor du die erste Silbe gesprochen hast, bist du in den Köpfen deiner Zuhörer schon in einer Schublade.
Profis üben zusätzlich zur Rede auch ihren Auftritt und Abgang. Wenn das nicht möglich ist, verbringen sie wenigstens so viel Zeit im Veranstaltungsraum, bis sie sich die wichtigsten Details anschauen konnten. Wenn es dir zeitlich möglich ist, Weiterlesen →

Tipp #25 Fettnäpfchen erkennen und vermeiden

„Mama, da steht 30 auf der Tafel. Warum fährst du 38?“
Seit mein kleiner Sohn Zahlen lesen kann, fühle ich mich bei jeder Autofahrt wie im Lehrbuch von Friedemann Schulz von Thun. Mein Sohn teilt mir seine schlichte Beobachtung mit. Ich reagiere genervt, weil ich nur den Apell höre, langsamer zu fahren. Gleichzeitig bin ich aber auch dankbar. Denn durch diese Episoden erinnere ich mich immer an das äußerst hilfreiche Kommunikationsquadrat. Manchmal wird es auch „Vier-Ohren-Modell” oder „Nachrichtenquadrat” genannt.

Kleiner Rückblick ins Jahr 1981. Friedemann Schulz von Thun, ein deutscher Psychologe und Kommunikationswissenschaftler, veröffentlicht das Modell des Kommunikationsquadrates.  Weiterlesen →

Tipp #24 Was hilft bei Heiserkeit?


Eine wohlklingende Stimme weckt Interesse und verlängert die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Eine gestresste Stimme strengt die Zuhörer an und wird schlechter verstanden. Die Botschaft verpufft, leider.

Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir unsere Stimmbänder pflegen. Schon bei den ersten Anzeichen von Kratzen, Schmerzen oder zu viel Schleim fahre ich das volle Programm an Hausmitteln. Das sind meine Top 5. Weiterlesen →

Tipp #20 Wie berühre ich Zuhörer bei einer feierlichen Ansprache?

Eine feierliche Ansprache gehört zu jedem ausgereiften Programm. Denn eine gut vorbereitete Ansprache kann tief beeindrucken, auch wenn sie nur wenige Minuten dauert. Wie das gelingt? In dem sich möglichst viele Zuhörer wirklich angesprochen fühlen. Und das schaffst du, wenn du eine Ahnung hast, was dein Publikum bewegt. Weiterlesen →

Tipp #19 Wie dein Auftritt durch das Verhältnis 4:1 noch besser wird

Ein weiteres Mal vergleiche ich das Präsentieren/Moderieren mit dem Kochen. Wir brauchen für eine Speise viel mehr Zutaten zuhause, als wir dann in den Topf geben. Wir kochen deutlich länger als wir nachher speisen. Und häufig lesen wir in einem Kochbuch mehrere Rezepte durch, bevor wir uns schließlich für eines entscheiden. Wir investieren also in die Vorbereitung deutlich mehr Energie und Zeit als in die eigentliche Aktion, das verzehren der Speise. Bei der Vorbereitung für eine Rede verhält es sich ziemlich ähnlich. 4:1 ist für mich ein optimaler Erfolgsfaktor, durch den jede Präsentation noch besser wird. Anwenden lässt sich dieser Faktor in folgenden Bereichen. Weiterlesen →

Tipp #17 Wie nutze ich meine Redezeit optimal?

Welchen Eindruck würdest du lieber hinterlassen?
„Endlich hört er/sie auf zu reden!“ oder „Schade! Von ihm/ihr hätte ich gerne mehr gehört!“

Egal on du eine lange Redezeit bekommst oder nur kurze Grußworte sprechen sollst – gehe immer sorgfältig mit der Zeit deiner Zuhörer um. Sie sind es, um die es eigentlich geht! Wenn du dein Publikum plagst, driftet es in Gedanken ab. Und wenn du es arg übertreibst, schwächst du dein Image.

Achte deshalb auf die Qualität und die Quantität deiner Worte. Dafür brauchst du keine teuren Trainerstunden, sondern 1-2 Stunden Zeit, Schreibzeug und dein Handy. Los geht´s.

  1. Text aufschreiben oder wenigstens skizzieren.
    Wie lautet deine Aufgabe?
    Danke sagen
    Ehrengäste begrüßen
    einen Impulsvortrag halten
    motivieren
    Zahlen präsentieren und in einen praktischen Zusammenhang bringen
    die Festrede sprechen
    moderieren

    Überlege genau, was wirklich relevant ist für deine Aufgabe?
    Anregungen findest du hier Tipp #1 Warum sollte mir jemand zuhören? 
  2. Text laut vorlesen und mit dem Handy die Zeit stoppen
    Wichtig ist, dass du den Text laut vorliest und dabei wirklich langsam genug bist. Warum das wichtig ist, habe ich hier zusammengefasst Tipp #6 Wie langsam ist schnell genug? 
  3. Text bei Bedarf kürzen. Optimiere zuerst den Text.
    Die ausführliche Anleitung findest du hier Tipp #2 Heut gibt´s was für die Ohren
    Wenn du immer noch zu lange bist, komprimiere den Inhalt.
  4. Überarbeitung wieder laut vorlesen und mit dem Handy aufnehmen.
    Höre dir deinen Redebeitrag an und überprüfe kritisch, wo der Text schwächelt.
  5. Wiederhole Punkt 4 so lange, bis du zufrieden bist mit der Qualität und Quantität deiner Worte.

Durch diesen Prozess gewinnst du zusätzlich Sicherheit und Selbstvertrauen, weil du den Text verinnerlichst. Diese Sicherheit wirkt sich positiv auf deine gesamte Performance aus.

Was du außerdem tun kannst, wenn deine geplante Redezeit länger als 15 Minuten beträgt.

  1. Bitte den Moderator, dir 5 Minuten vor Ende der Redezeit ein Zeichen zu geben. Vereinbart genau, wie dieses Zeichen aussehen soll.
  2. Verwende dein Handy als Time Manager. Aktiviere vor der Rede den Flugmodus und aktiviere den Timer bevor du startest. So siehst du, wie viel Zeit dir noch bis zum Ende bleibt.

Ja, dieser Prozess ist aufwändig. Aber er lohnt sich! Denn deine Wortmeldungen werden automatisch gehaltvoller und knackig. Das Publikum wird dir viel aufmerksamer zuhören und einige sprechen danach vielleicht ihre (dankbare) Anerkennung aus. Probiere es einfach mal aus.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidi winsauer moderation

Tipp #16 Wie wird meine Veranstaltung knackig?

Zeit ist ein kostbares Gut und je weniger freie Zeit wir haben, desto wählerischer werden wir bei Einladungen zu Besprechungen oder Events. Wir überlegen dann sehr genau, welche wir annehmen und welche wir ablehnen.
Haben wir nach der Veranstaltung oder dem Termin den Eindruck, dass unsere Zeit verplempert wurde, ärgert uns das. Bei der nächsten Einladung überlegen wir uns doppelt, ob wir da nochmal hingehen. Und wenn wir hingehen müssen, hält sich die Vorfreude in Grenzen.

Abgesehen von der inhaltlichen Qualität einer Veranstaltung, spielt vor allem auch das Timing eine wichtige Rolle. Dazu gehört:
1. Die Veranstaltung beginnt pünktlich
2. Die Programmpunkte dauern nur so lange, wie sie wirklich interessant sind.
3. Es gibt keine technischen Pannen oder sonstige Verzögerungen.
4. Die Veranstaltung endet pünktlich oder nach einer immer noch angenehmen Dauer.

Was bedeutet das für dich, wenn du eine Veranstaltung organisierst?  (Einen Ball, Elternabend, ein Meeting, eine Party, eine Hochzeitsfeier, eine Abendgala, eine Präsentation, eine Diskussion usw.)
Du musst mit der Ressource Zeit genau so sorgfältig umgehen wie mit dem Budget.
Das gelingt nur mit sorgfältiger Planung! Kläre zuerst, wie viel Zeit du zur Verfügung hast. Wann geht es los und wann ist Schluss? Prüfe dann, welche Programmpunkte du dringend unterbringen musst. Zum Beispiel Grußworte, Ehrungen, Reden, Showeinlagen. Jeder Akteur muss von dir eine klare Zeitvorgabe bekommen. Wie viele Minuten dürfen die Grußworte dauern? Wie viele Minuten darf der Chor singen? Wie viele Minuten darf der Hauptredner sprechen? Wie viele Minuten wird diskutiert? Und achte darauf, dass deine Vorgabe möglichst eingehalten wird, was allerdings ziemlich schwer ist. Versuche es wenigstens.

Wie erzeuge ich eine gute Spannung und damit Stimmung?
Deine Aufgabe ist es, im Vorhinein zu prüfen, wie lange jeder Programmpunkt maximal dauern darf. Hast du einen unterhaltsamen Redner, sind 40 Minuten zwar lang aber vermutlich ein Genuss. Manchmal sind aber schon 10 Minuten sehr ermüdend. Eine Showeinlage die länger als 10 Minuten dauert muss sehr abwechslungsreich und erstaunlich sein. Bei Videos würde ich die Zeit sogar halbieren. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Chor 3 Lieder oder 10 Minuten singen darf. Sketche sind immer heikel, je kürzer desto besser.
Weiters musst du sicherstellen, dass die Übergänge reibungslos gelingen. Wie lange dauert der Auf- oder Abbau von erforderlichen Requisiten. Funktioniert die Technik? Wie gestaltest du den Übergang, dass keine peinliche Pause entstehen?
Du musst auch unbedingt die Zeit für die Moderation vor und/oder nach einem Programmpunkt einrechnen. Außerdem Imagefilme oder Video-Grußbotschaften. Wenn du die Kleinteile vergisst, kommen im Lauf eines Abends locker 10 Minuten mehr zusammen. 10 Minuten mehr sind kein Beinbruch, aber unnötig. Ignoriert nämlich auch noch einer der Akteure deine Zeitvorgabe, ufert das Programm völlig aus. Die mühsam aufgebaute Spannung verpufft.  Und die Leute sehnen sich nach einem Ende, weil sie die Konzentration kaum noch halten können.

Der Zeitplan ist also das Grundgerüst für dein Event. Verteile die Minuten sorgfältig, erinnere die Akteure an deren Verantwortung und denke 3 Schritte voraus. Dein Lohn für diese Fuzzelarbeit sind zufriedene Gäste, die gerne noch mehr gesehen hätten.

Nächste Woche schreibe ich über das richtige Timing für alle Akteure. Wer nur 3 Minuten Zeit bekommt, muss seinen Auftritt exakt planen. Wer sich (ständig) nicht an die vorgegebene Zeit hält, schwächt sein Image. Wie du kompetent und knackig reden kannst, erfährst du in Tipp #17.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidi winsauer moderation

 

 

Tipp #15 Worauf muss ich bei einem Soundcheck achten?

Der Soundcheck vor einer Veranstaltung sollte für dich eigentlich Bühnencheck heißen. Denn tatsächlich kannst du in diesen 2 bis 3 Minuten sehr viel mehr testen, als nur das Mikrofon.

Die Reihenfolge der folgenden Punkte bestimmst du. Wichtig ist nur, dass du alle Fragen aktiv klärst! Alles nur in Gedanken durchgehen ist zu wenig. Weiterlesen →

Tipp #1 Warum sollte mir jemand zuhören?

Warum? Diese Frage höre ich derzeit sicher 100 mal am Tag. Warum, Mama? Meine beiden Söhne, 2,5 und 4 Jahre alt, hinterfragen so ziemlich alles. Normalerweise treibt mich dieses ständige WARUM in den Wahnsinn. Im Laufe dieser Woche löste es aber einen kreativen Geistesblitz aus. Warum sollte mir jemand zuhören? Ja genau. Warum eigentlich? Warum sollte jemand nicht einfach die Ohren „auf Durchzug schalten“, mir, sondern der Person „da vorne“, zuhören? Darüber schreibe ich also meinen ersten Tipp, Schritt für Schritt erklärt.

Warum sollten mir die Menschen zuhören? Wer als erstes auf diese Frage eine Antwort sucht, ist von Anfang an näher bei seinem Publikum. Und dieser Service wird gewöhnlich mit erhöhter Aufmerksamkeit belohnt.

Wenn du also vor einer Menschengruppe reden willst oder sollst (das machen ja auch einige, weil sie müssen), definiere dein Ziel . Was sollen sich die Zuhörer merken? Was sollen sie im Idealfall weitererzählen oder auf ihrem sozialen Kanal posten? Welches Gefühl möchtest du erzeugen? Was ist dein Ziel?

Nun sammle alle Fakten, Beispiele und Gedanken, die dir einfallen. Überprüfe dann jeden Punkt, ob er dir hilft, dein Ziel zu erreichen. Oder lenkst du die Zuhörer mit einer Aussage vom Ziel ab? Bringst sie auf andere Gedanken?

Dann überlege dir mindestens 1 relevantes Beispiel aus deinem Alltag, inwiefern dich das Thema selbst betrifft. So bietest du deinem Publikum einen persönlichen Bezug an. Meistens haben die Zuhörer sehr ähnliche Erfahrungen und können gut nachempfinden, wovon du redest. Es ist generell hilfreich, ganz nah bei der eigenen Wahrnehmung zu bleiben. So bist du authentisch und damit hört dir das Publikum eher zu.

Meine Tipps sind Anregungen, keine Erfolgsgarantie. Aber es würde mich wirklich sehr wundern, wenn du trotz sorgfältiger Vorbereitung einen schwachen Eindruck hinterlässt.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
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Beispiele:

Anlass: Weihnachtsfeier, Rede der Chefin.
Ziel: Danke sagen und die Arbeit der Mitarbeiter loben.
Herzlich Willkommen liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ….. Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt, für unsere Weihnachtsfeier … Wir haben ein intensives Jahr hinter uns …. es war anstrengend, für uns alle …. trotzdem bin ich jeden Morgen gerne ins Büro gekommen …. solche Mitarbeiter sind eine große Stütze… die Ideen der Abteilung xy haben mich schwer beeindruckt …. Abteilung abc hat viele Überstunden geleistet …. und die Mühe hat sich gelohnt …. wir haben tolle Erfolge erzielt … deshalb feiern wir heute…. Vielen Dank für …. lasst es euch heute gut gehen …. schönen Abend.

Anlass: Referat über Shakespears Romeo und Julia
Ziel: Inhalt der Tragödie zusammenfassen und den Verfasser kurz vorstellen
Meine Aufgabe ist es, euch den Dichter William Shakespeare vorzustellen. Außerdem soll ich das Theaterstück Romeo und Julia zusammenfassen. Ich fange am besten mit dem einfacheren Teil an. Das Stück Romeo und Julia kenne ich, weil ich mal eine Verfilmung mit Leonardo Di Caprio gesehen habe. Und das Stück gibt es auch als Musical. Es heißt West Side Story. Worum geht es …….. 2 verfeindete Familien …. Julia Capulet …. Romeo Montague … verknallen sich …. Familien sind logischerweise komplett dagegen … die zwei überlegen sich einen Plan … endet leider tödlich für beide…
Nun zum Dichter William Shakespeare. Vor dem Referat wusste ich nur, dass er vor langer Zeit in England gelebt hat. Jetzt weiß ich, dass er sehr fleissig war und 38 Theaterstücke und 154 Sonette geschrieben hat. Ohne Computer oder Tintentod, denn vor rund 450 Jahren gab es das alles noch nicht. …. Seine berühmtesten Werke stellen uns die Mitschüler xy und ybc später noch vor … 1616 starb er als reicher Mann, warum ist unbekannt.

Anlass: Begrüßung Elternabend
Ziel: Team vorstellen, Themenschwerpunkt präsentieren
Schönen guten Abend … es freut mich, dass ihr euch Zeit genommen habt … nach einem anstrengenden Arbeitstag auch noch hier in der Schule … es ist für uns die beste Möglichkeit, unser Team und unsere Arbeit vorzustellen. Den offiziellen Teil ziehen wir eher straff durch … danach ein gemütlicher Ausklang… Mein Name ist abc, ich bin die Leiterin …. mir gefällt an der Arbeit mit euren Kindern …. meine Stellvertreterin ….. die weiteren Teammitglieder …. unser thematischer Schwerpunkt ist dieses Jahr der Bauernhof…. Kinder lieben Tiere und interessieren sich für Geräte/Fahrzeuge …. das habt ihr sicher auch schon beobachtet ….. wir planen …. Exkursionen, Lieder, Spiele, Fasching,….. deshalb bitte immer ein Dreckerhäs in der Box haben … an Exkursionstagen bitte spätestens um 08.30 Uhr hier sein…. wir dokumentieren dieses Jahr mit Bildern und am Ende gibt es für jedes Kind ein persönliches Bauernhofbuch.