Tipp #21 Wie reagiere ich souverän auf Kritik oder blöde Witze?

Anschuldigungen und blöde Schmähs über uns lösen Stress aus, oder zumindest ein unangenehmes Gefühl. Richtig arg wirken doofe Sprüche und Kritik, wenn andere Menschen mithören und zuschauen. Darauf reagieren wir meist instinktiv, also automatisch. Wir verstummen, schlagen mit Worten zurück oder flüchten, indem wir das Gespräch abbrechen. Danach fühlen wir uns meistens noch mieser. Denn unter Stress sagen wir Worte, die wir später bereuen. Oder wir reden lauter, als wir das eigentlich wollen. Oder wir ärgern uns zuhause, dass uns erst dort ein passender Konter einfällt. Weiterlesen →

Tipp #20 Wie berühre ich Zuhörer bei einer feierlichen Ansprache?

Eine feierliche Ansprache gehört zu jedem ausgereiften Programm. Denn eine gut vorbereitete Ansprache kann tief beeindrucken, auch wenn sie nur wenige Minuten dauert. Wie das gelingt? In dem sich möglichst viele Zuhörer wirklich angesprochen fühlen. Und das schaffst du, wenn du eine Ahnung hast, was dein Publikum bewegt. Weiterlesen →

Tipp #14 Wie beeindrucke ich mein Publikum?

Eine Rede oder Präsentation spricht Zuhörer nur dann an, wenn sie zum Gehörten einen persönlichen Bezug haben. Wenn sie sich vorstellen können, wovon die Rede ist oder wenn ihnen dazu eine persönliche Erinnerung einfällt. Deshalb sind Beispiele so wichtig.
Was bedeutet das für dich? Jede Theorie, jede Idee, jede Forderung solltest du anhand einfacher Beispiele veranschaulichen. Wenn du etwas erklären willst, hilft ein Vergleich vom Neuen mit etwas Bekannten.

Beispiele:
„… Pinterest ist wie eine Pinnwand im Internet, auf der Leute ihre Ideen heften…“
„… stellen sie sich dieses Wassersystem bitte wie einen Wasserboiler vor, der das Wasser nicht aufheizt, sondern kühlt. Bei Bedarf fügt das Gerät auch gleichzeitig Kohlensäure dazu…“

Außerdem solltest du es schaffen, dass die Beispiele den Großteil deines Publikums in irgendeiner Weise persönlich betreffen. Wenn du z.B. über das Thema Zukunft sprichst, macht es einen enormen Unterschied, ob du vor Jugendlichen, Erwachsenen, Senioren, Arbeitern, Angestellten oder Unternehmern sprichst. Deshalb solltest du deine Präsentation erst dann vorbereiten, wenn du einigermaßen informiert bist, vor wem du sprichst. Überlege dir dann, welche Facette deines Themas die Leute wirklich betrifft. Was könnte sie interessieren? Wenn du über Geld redest, haben junge Menschen einen völlig anderen Bezug dazu als alte Menschen. 100 Euro ist für einen Unternehmer wenig Geld, für einen Lehrling sehr viel. Das Wort Inflation weckt bei alten Menschen eine schlimme Erinnerung, Erwachsene ärgern sich ein wenig darüber und Teenager wissen gar nicht, was damit gemeint ist. Die Penionsvorsorge wiederum interessiert Senioren kaum noch. Versuche, deine Rede an die Bedürfnisse der Zuhörer anzupassen, in dem du ihnen entsprechende Beispiele anbietest.

Folgende Fragen helfen dir, dein Publikum einzuordnen:
Kommen ausschließlich geladene Gäste?
Ist es eine öffentliche Veranstaltung, bei der die Leute zufällig vorbei gehen und spontan stehenbleiben?
Sind die Besucher vom Thema persönlich betroffen?
Kennen sich die Zuhörer oder haben sie zumindest eine Gemeinsamkeit, durch den Verein, ein Hobby, den Arbeitsplatz, die Nachbarschaft?
Sind im Publikum überwiegend: Frauen, Männer, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, Eltern, Alleinstehende, Berufstätige, Arbeitslose, Ehrenamtliche, Laien, Fachleute, Einheimische, Touristen, …
Welche Art von Veranstaltung ist es?
* Firmenjubiläum – es kommen Ehrengäste, ehemalige und aktuelle Mitarbeiter, …
* Eröffnung – Ehrengäste, Kunden, Mitarbeiter, …
* Siegerehrung –  Ehrengäste, Teammitglieder, Fans, Zuschauer, …
* Fachveranstaltung – es kommen Fachleute die sich angemeldet haben.
* Businessevent – geladene Gäste die einen Bezug zum Unternehmen haben.
* Messeevent – einheimische (zufällig oder geplant) und Touristen

Mit einem praktischen Beispiel runde ich diesen Tipp ab. Das Ziel der Rede soll sein, dass die Leute ab sofort mehr Tee trinken. So könntest du die unterschiedlichen Gruppen gezielt ansprechen.

Mädchen: Prinzessinnen trinken immer um 5 Uhr einen Tee. Dazu verwenden sie eine hübsche Porzellantasse und einen Silberlöffel. Außerdem essen sie ein Keks dazu.
Jungs: Asterix oder die Gummibärchen trinken immer einen Zaubertrank, damit sie besonders stark werden.
Eltern: als Belohnungsritual, wenn die Kinder am Abend im Bett sind. Melissen Tee entspannt doppelt.
Jugendliche:  Vor allem Models wie Kendall Jenner, Gigi Hadid oder Alessandra Ambrosio sollen auf den einen bestimmten Tee schwören, um fit zu bleiben.
Senioren: Wenn sie zunehmend den Namen von Bekannten vergessen, hilft eine Tasse Ginko Tee täglich.
Angestellte: Zu viel Kaffee verdirbt den Magen. Probieren sie doch mal Pfefferminztee. Vor allem an heißen Tagen ist das eine wunderbare Methode, sich zu erfrischen…
Unternehmer: Ingwertee ist ein hervorragendes Prophylaxe Getränk gegen Krankheiten. Ihre Mitarbeiter wären deutlich besser gegen Viren geschützt, wenn sie regelmäßig Tee trinken …
Gesundheitsbewusste: Draußen blühen grad die Holunderblüten. Wenn sie die Dolden abschneiden und ein paar Tage trocknen lassen, erhalten sie einen super Tee gegen Fieber.

Zugegeben, diese Arbeit erfordert ziemlich viel Zeit und Übung. Aber es lohnt sich, weil sich dein Publikum wirklich verstanden fühlen. Wenn du konkrete Anregungen brauchst, melde dich bei mir. Gemeinsam finden wir sicher ein paar treffende Beispiele (natürlich kostenfrei).

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidi winsauer moderation

Tipp #13 Wie erkenne und korrigiere ich kleine Ticks?

Wer häufig die gleichen Gesten, Bewegungen oder Wörter wiederholt, lenkt sein Publikum ab. Ich erinnere mich an eine Lehrperson, die in einer Unterrichtsstunde über 30 Runden durch die Bankreihen gelaufen ist. Statt aufzupassen haben wir die Runden gezählt und ständig gekichert. Die Aufmerksamkeit war entsprechend gering. Es dauerte einige Wochen, bis wir uns daran gewöhnt hatten. Einen kleinen Tick hat fast jeder, der noch kein Training absolviert hat.  Weiterlesen →

Tipp # 8 Wie beginne ich eine Präsentation?

Heute konzentriere ich mich auf Kurzpräsentationen, Grußworte oder Statements. Wer Ideen für eine gesamte Moderation oder ein Referat braucht, postet bitte einen Kommentar. Als Grundregel merke dir bitte: wenn dir die Situation unangenehm ist, bleib schlicht und verwende deine gewohnten Worte. Dafür gibt es zwei gute Gründe. Weiterlesen →

Tipp #6 Wie langsam ist schnell genug?

„Augen zu und durch“, diese Strategie hilft am besten in privaten Situationen. Bei mir zum Beispiel, wenn ich kalt dusche oder geimpft werde.
Bei einem Auftritt vor Publikum schadet diese Einstellung. Denn wer seine Präsentation so rasch wie möglich hinter sich bringen will, hudelt und redet eher undeutlich. Damit plagt er sein Publikum, weil das Zuhören dann echt anstrengend ist. Wenn vor lauter Nervosität auch noch die Schnappatmung einsetzt, leidet das Publikum. Konzentrieren sich die Zuhörer auf den Inhalt der Rede? Eher selten, echt schade.

Deshalb teile ich heute mein Wissen über das ideale Lese-und Sprechtempo.
Geht ganz schnell ;O)

Höre dir einfach immer selbst zu, wenn du einen Text vorliest oder frei zu deinem Publikum sprichst. Kontrolliere über deine Ohren, ob du deutlich und langsam genug redest. Warum? Weil du deinem Publikum sonst immer einen Schritt voraus bist. Du kennst deinen vorbereiteten Text oder das, was du sagen willst. Wenn du dich nur auf das Verbreiten deiner Botschaft beschränkst, vernachlässigst du deine Zuhörer. Es ist zu wenig, wenn du nur deine Stimme hörst. Du musst dich reden hören, das, was durch den Raum schwingt.

Hör dir also selbst aufmerksam zu, wenn du sprichst und stelle dir die gehörten Informationen vor. 

Erinnere dich an diesen wichtigen Unterschied vor allem dann, wenn du aufgeregt bist. Also wenn du dich freust, ärgerst oder ängstigst. Denn in emotionalen Momenten kippen wir gerne in einen Ausnahmezustand. Jetzt schreibe ich wir, weil mir das natürlich auch regelmäßig passiert.

Und hier noch eine andere Übung, mit der vor allem Kinder profitieren. Schnapp dir ein Kinderbuch und beginne die Geschichte laut vorzulesen. Dann drossle das Tempo so lange, bis du dir das Gehörte bildlich vorstellen kannst. Kuh Lieselotte im Stall, Leo Lausemaus in der Badewanne oder Schneewittchen mit ihren 7 Zwergen. Sobald das Kopfkino startet, hast du die ideale Lesegeschwindigkeit.

Die Sommerferien beginnen bald und damit die ideale Übungszeit für die heutige Anregung. Wenn die Kinder wieder den ganzen Tag zuhause sind, wollen sie unterhalten werden, ein dankbares Publikum :O)

Freue mich über eine Rückmeldung, Empfehlung oder einen Themenwunsch. Ideen habe ich reichlich, aber wenn du eine Anregung zu einem konkreten Anlass willst, ziehe ich dein Thema gerne vor.

mit lieben Grüßen
Heidi

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidiwinsauer.at

Tipp #3 Oh mein Gott, ich bin gleich dran!

Möge mir mein Lampenfieber immer erhalten bleiben! 

Ja, es klingt verrückt. Was bitteschön soll an Lampenfieber gut sein; oder hilfreich? Ich kann es eigentlich nur umgekehrt erklären. Würden mein Körper und Hirn vor einer Moderatin völlig ruhig bleiben, wäre mir also alles egal, müsste ich den Beruf wechseln. Denn dann würde mein Anspruch fehlen, wirklich gut zu sein. Und damit komme ich direkt zu meinem Tipp der Woche: meine Hausmittel bei Lampenfieber.

Wenn der Puls rast, die Hände eiskalt werden und sich der Brustkorb kaum noch bewegt, praktiziere ich die Wechselatmung. Die Yogis unter euch kennen diese Atemtechnik. Ich über allerdings eine vereinfachte Form, mit Daumen und Zeigefinger. Im Original nimmt man Daumen und kleinen Finger

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Halte dir mit dem Daumen ein Nasenloch zu und atme lange ein … Luft anhalten … Daumen weg und gleichzeitig mit Zeigefinger der selben Hand das linke Nasenloch zuhalten …. ausatmen … Pause … einatmen …. Zeigefinger weg und mit dem Daumen wieder das andere Nasenloch zumachen …. usw.

Sport bzw. Bewegung ist immer eine super Methode, Stress abzubauen. Einmal kräftig schwitzen, danach ausgiebig dehnen und dann eher kalt duschen … einfach nur fein. Das Gedankenkarussel steht still, der Körper ist entspannt und ich fühle mich 5 Kilo leichter. Manchmal fehlt die Zeit für eine ausgiebige Sporteinheit. Dann bewege ich wenigstens alle Gelenke durch und dehne die Oberkörpermuskulatur. Das dauert ca. 15 Minuten und ist besser als gar nichts. Und kurz vor Beginn der Veranstaltung bewege ich meinen Oberkörper nocheinmal durch, damit ich locker bin.

Eine super Übung ist der Sinnes-Check. Welche 5 Geräusche höre ich? Was sehe ich oben, unten und auf den Seiten? Was rieche ich? Was spüre ich mit meinen Händen und Füßen? Diese Be-Sinnung ist eine wunderbare und schnelle Methode, innerlich ruhig zu werden. Ist hilfreich, wenn du keine Möglichkeit hast, dich zurückzuziehen.

Lampenfieber erinnert mich daran, dass ich meine Sinne schärfen und den Körper wach halten soll. Mit den Übungen gelingt mir das. Und dir ab sofort auch :O)

Wünsche dir viel Spaß in deiner Mitte und freue mich über deine Rückmeldung und/oder Empfehlung. Nächsten Sonntag schreibe ich, wie ein Interview für das Publikum noch interessanter wird.

Liebe Grüße
Heidi Winsauer

 

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
heidiwinsauer.at