Tipp #15 Worauf muss ich bei einem Soundcheck achten?

Der Soundcheck vor einer Veranstaltung sollte für dich eigentlich Bühnencheck heißen. Denn tatsächlich kannst du in diesen 2 bis 3 Minuten sehr viel mehr testen, als nur das Mikrofon.

Die Reihenfolge der folgenden Punkte bestimmst du. Wichtig ist nur, dass du alle Fragen aktiv klärst! Alles nur in Gedanken durchgehen ist zu wenig.

  1. Wie kommst du auf die Bühne? Wacklige Treppen, technische Geräte, Requisiten und Kabel behindern manchmal den direkten Weg auf die Bühne. Überlege dir also vor, wie du elegant und sicher vor dein Publikum trittst – und natürlich wieder zurück zu deinem Platz kommst.
  2. Wo bewegst du dich auf der Bühne? Gehe ein paar mal hin und her. Überprüfe eventuelle Stolperfallen. Schaue bewusst in das noch leere Publikum. Gewöhne dich an den Raum.
  3. Wo ist das Licht? Frag die Techniker, wo du stehen sollst bzw. wie weit du dich bewegen kannst (und halte dich dann auch daran!!!). Sehr viele Redner stehen konsequent neben dem Licht, weil sie sich geblendet fühlen und das Publikum kaum sehen. Das Problem ist aber, dass diese Redner dann im (Halb)Schatten sind. Für das Publikum wird es dadurch anstrengender, den Redner zu sehen. Alles was anstrengend ist, mindert die Aufmerksamkeit.
  4. Headset oder Handmikrofon? Wenn du beide Hände für die Präsentation brauchst, nimm das Headset. Trage es beim Test aber mindestens 2 Minuten, damit du spürst, ob dich die Kabel irgendwo einengen. Nichts ist mühsamer als ein Referent, der alle 2 Minuten das Headset verschiebt, weil es ihn stört. Mit einem kleinen Klebeband im Nacken könnte vieles leichter werden. Ich persönlich bevorzuge das Handmikrofon. Erstens ist der Klang besser und zweitens nervt mich am Headset einfach alles: der Bügel im Gesicht, das Kabel und der Sender. Mit Moderationskarten UND Handmikrofon sprechen ist reine Übungssache.
  5. Wie halte ich das Mikrofon richtig? Halte das Mikrofon bitte ähnlich wie ein altes Posthorn, also nahe vor deinem Mund. Nur wenn du direkt in das Mikrofon sprichst, wird der volle Klang deine Stimme übertragen. Sehr viele halten das Mikrofon leider wie ein Schleckeis, reden also darüber hinweg. Das Ergebnis ist eine magere Stimme die wenig beeindruckt.
  6. Wie lange soll ich beim Test reden? Wenigstens 30 Sekunden und das in vollständigen Sätzen. Du musst auf der Bühne genau so laut oder leise sprechen, wie du es sonst auch machst. Dann weiß der Tontechniker, wie er deine Stimme optimal abmischt. Ich begrüße meistens die anwesenden Techniker, stelle mich kurz vor und erzähle, was bei der Veranstaltung passiert. Das reicht völlig aus und sorgt gleichzeitig für eine freundliche Atmosphäre.
  7. Funktioniert die mitgebrachte Präsentation? Falls du Bilder, Videos etc. für deinen Redebeitrag verwendest, gehe bitte die gesamte (!) Präsentation durch. Lass dir die Fernbedienung erklären und überprüfe, ob alle Dateien korrekt geladen sind.
  8. Wie fühle ich mich? Nimm ein paar Atemzüge. Konzentriere dich dabei vor allem auf das lange ausatmen. Zwinge dich, wirklich die ganze Luft raus zu lassen. Das Einatmen geht dann von selbst, vertrau mir. Stelle dir in Gedanken deine Präsentation vor, wie sie optimal läuft und lächle dabei. Für dein Hirn ist dieses Training wichtig, damit es sich sicher fühlt. Nur wer entspannt ist, liefert eine wirklich gute Performance ab.

Ein Soundcheck mit den Worten Test, Test, Test, 1,2,3 ist reine Zeitverschwendung. Ob das Mikrofon funktioniert, findet der Tontechniker auch ohne dich heraus. Gewöhne dir in deinem eigenen Interesse einen Bühnencheck an, für den du wenigstens 3 Minuten Zeit einplanst.

Wünsche dir eine erfolgreiche Woche!

mit herzlichen Grüßen
Heidi Winsauer

Heidi Winsauer lebt in Dornbirn/Österreich. Sie arbeitet als selbständige Veranstaltungsmoderatorin und Trainerin für den persönlichen Auftritt. Jeden Sonntag teilt sie ihr gesammeltes Wissen zu den Themen Moderieren, Präsentieren und frei Sprechen.
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